MPU Kosten: Was du wirklich einplanen musst

Kurz gesagt

Eine MPU kostet dich insgesamt meist zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Die Begutachtung selbst liegt je nach Zahl der Fragestellungen und Institut zwischen 700 und 2.000 Euro. Dazu kommen bei Alkohol- und Drogenfällen die Abstinenznachweise, die Vorbereitung und die Gebühren der Führerscheinstelle. Wie hoch dein Gesamtbetrag ausfällt, hängt vor allem davon ab, ob du Abstinenznachweise brauchst und über welchen Zeitraum.

Die Frage nach den Kosten kommt in fast jedem Erstgespräch, und sie ist berechtigt. Eine MPU ist teuer, und die meisten unterschätzen, aus wie vielen Einzelposten sich der Betrag zusammensetzt.

Deshalb lege ich hier alles offen, auch meine eigenen Preise. Ich halte nichts davon, alle Fremdkosten aufzulisten und beim eigenen Angebot dann nur „hängt vom Fall ab" zu schreiben.

Die Kostenübersicht

PositionKostenWann sie anfällt
MPU-Begutachtung700–2.000 €immer
Haaranalyse Drogenca. 200 € pro Analysebei Drogenfragestellung
Haaranalyse Alkoholca. 160 € pro Analysebei Alkoholfragestellung
Urin- oder Blutprobe90–150 € pro Probe6 Monate = 4 Proben, 12 Monate = 6, 15 Monate = 7
Vorbereitung bei MPU Jung1.800–2.800 €dringend zu empfehlen
Neuerteilung bei der Führerscheinstelle40–300 €immer
Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, Passbilder, Führungszeugniszusammen ca. 80–140 €bei der Neuerteilung
Fahrverhaltensbeobachtungca. 350–500 €nur bei schwachem Leistungstest
Kurs nach § 70 FeVca. 300–400 €nur bei entsprechender Empfehlung
Neue theoretische und praktische Prüfungab ca. 140 € Prüfungsgebühren plus Fahrschulenur in bestimmten Fällen

Jetzt gehen wir die Posten einzeln durch, damit du einschätzen kannst, welche bei dir überhaupt anfallen.

Die Begutachtung: 700 bis 2.000 Euro

Das ist die Gebühr, die du direkt an die Begutachtungsstelle zahlst. Sie hängt von zwei Dingen ab: von der Zahl deiner Fragestellungen und vom Institut.

Je mehr Fragestellungen die Behörde in ihrer Anordnung kombiniert, desto teurer wird es. Eine reine Punkte-MPU liegt am unteren Ende, weil dort weniger medizinische Untersuchungen anfallen. Eine kombinierte Alkohol-und-Drogen-Fragestellung landet am oberen. Dazu kommt, dass die Preise seit 2018 nicht mehr einheitlich geregelt sind, sondern von den Trägern selbst festgelegt werden. TÜV, DEKRA, PIMA und AVUS unterscheiden sich, teilweise deutlich.

Du darfst deine Begutachtungsstelle frei wählen. Ein Preisvergleich lohnt sich also, aber achte auch auf Erreichbarkeit und Terminverfügbarkeit. Am Ergebnis ändert die Wahl nichts – Ablauf und Beurteilungskriterien sind überall gleich.

Die Abstinenznachweise: der Posten mit der größten Spannweite

Ob du hier überhaupt etwas zahlen musst, hängt von deiner Einordnung ab. Bei einer Punkte-MPU fällt dieser Block komplett weg. Bei einer Alkoholgefährdung ebenfalls. Sobald aber Abstinenz verlangt wird, wird es der größte Einzelposten neben der Vorbereitung.

Eine Haaranalyse kostet bei Drogen rund 200 Euro und bei Alkohol rund 160 Euro. Damit belegst du im Drogenbereich bis zu sechs Monate rückwirkend, bei Alkohol bis zu drei.

Bei einem Urin- oder Blutkontrollprogramm zahlst du pro Probe zwischen 90 und 150 Euro. Wie viele Proben zusammenkommen, hängt von der Laufzeit ab: bei sechs Monaten sind es vier, bei zwölf Monaten sechs und bei fünfzehn Monaten sieben. Für ein zwölfmonatiges Programm landest du also je nach Anbieter grob zwischen 540 und 900 Euro.

Ein akkreditiertes Labor ist fast immer günstiger als die Begutachtungsstelle. Achte nur darauf, dass die Akkreditierung wirklich vorliegt, sonst wird der Nachweis nicht anerkannt. Alles Weitere zu Fristen und Stolperfallen findest du im Artikel zur Abstinenzdauer.

Die Vorbereitung: bei mir 1.800 bis 2.800 Euro

Hier nenne ich dir konkrete Zahlen, weil du sie brauchst, um planen zu können. Eine vollständige Vorbereitung bei mir liegt zwischen 1.800 und 2.800 Euro. Wo genau du landest, hängt von deinem Fall ab, von der Zahl der Fragestellungen und vom Aufwand, den dein Fall erfordert. Ein Ersttäter mit einer klaren Fragestellung braucht weniger als jemand mit langer Vorgeschichte und kombinierten Fragestellungen.

Ratenzahlung ist möglich, ab 300 Euro im Monat. Wenn der Betrag das Hindernis ist, sprich mich darauf an. Das ist kein Sonderfall, das machen viele.

Im Markt findest du Angebote ab wenigen hundert Euro. Da bekommst du dann meist einen Onlinekurs oder eine Gruppensitzung, und die Frage ist schlicht, ob das für deinen Fall reicht. Bei mir ist im Preis alles enthalten: Fallanalyse, alle Einzelsitzungen ohne Limit, mehrere Gesprächssimulationen und die Begleitung bis du bestanden hast. Sollte es doch einen zweiten Anlauf brauchen, arbeiten wir ohne Aufpreis weiter.

Die Gebühren der Führerscheinstelle

Für die Neuerteilung deiner Fahrerlaubnis zahlst du je nach Behörde zwischen 40 und 300 Euro. Die Spanne ist so groß, weil die Behörden das unterschiedlich handhaben. Ein Anruf bei deiner Führerscheinstelle klärt das in zwei Minuten.

Dazu kommen die Unterlagen, die du für den Antrag brauchst:

  • Sehtest: rund 7 bis 15 Euro, manche Optiker bieten ihn kostenlos an
  • Erste-Hilfe-Kurs: je nach Anbieter 30 bis 85 Euro
  • Biometrische Passbilder: 10 bis 20 Euro
  • Führungszeugnis nach Belegart O: rund 13 Euro

Zusammen also grob 80 bis 140 Euro. Kein großer Block, aber er gehört in die Rechnung.

Wenn eine neue Fahrprüfung dazukommt

Das betrifft nicht jeden, kann aber teuer werden. Die Führerscheinstelle kann eine neue theoretische und praktische Prüfung verlangen, wenn du deinen Führerschein entweder länger als zehn Jahre nicht hattest oder wenn die Zeit ohne Fahrerlaubnis wesentlich länger ist als die Zeit, in der du sie vorher hattest.

Die reinen Prüfungsgebühren liegen bei rund 22 Euro für die Theorie und rund 117 Euro für die praktische Prüfung. Dazu kommen aber die Fahrschule, das Vorstellungsentgelt und die Übungsstunden, die du brauchst, um sicher in die Prüfung zu gehen. Je nach Region und Zahl der Stunden bist du damit schnell im vierstelligen Bereich.

Zwei Posten, die nur manchmal anfallen

Wenn du beim Leistungstest am Computer schwächer abschneidest, kannst du das über eine Fahrverhaltensbeobachtung ausgleichen. Du fährst dabei in einem Fahrschulauto mit einem Fahrlehrer, während ein Psychologe die Fähigkeiten beobachtet, die auch am Computer geprüft werden. Das kostet je nach Stelle rund 350 bis 500 Euro.

Fällt dein Gutachten nicht eindeutig positiv aus, kann der Gutachter einen Kurs nach § 70 FeV empfehlen. Stimmt die Behörde zu, bekommst du deine Fahrerlaubnis nach erfolgreichem Kursabschluss ohne neue MPU. Der Kurs läuft in kleinen Gruppen über mehrere Sitzungen und kostet rund 300 bis 400 Euro.

Zwei Rechenbeispiele

Damit du eine Vorstellung bekommst, wie sich das in der Praxis summiert. Beides sind Beispielrechnungen, keine Angebote.

Beispiel 1: Punkte-MPU, keine Abstinenznachweise

PositionBetrag
Begutachtung700 €
Vorbereitung1.800 €
Führerscheinstelle100 €
Sehtest, Erste Hilfe, Passbilder, Führungszeugnis100 €
Gesamtrund 2.700 €

Beispiel 2: Alkohol-MPU mit 12 Monaten Abstinenz per Urinkontrollprogramm

PositionBetrag
Begutachtung900 €
6 Urinproben à 120 €720 €
Vorbereitung2.500 €
Führerscheinstelle150 €
Sehtest, Erste Hilfe, Passbilder, Führungszeugnis100 €
Gesamtrund 4.370 €

Bei einer kombinierten Alkohol-und-Drogen-Fragestellung mit 15 Monaten Abstinenz kommst du entsprechend höher heraus, weil sowohl die Begutachtungsgebühr als auch die Zahl der Proben steigt.

Was ein zweiter Anlauf kostet

Das ist der Punkt, den die meisten beim Sparen übersehen. Wenn du durchfällst, zahlst du die Begutachtungsgebühr komplett neu. Sie wird nicht angerechnet und nicht ermäßigt.

Dazu kommt: Zwischen der gescheiterten MPU und dem zweiten Versuch vergeht Zeit, und in dieser Zeit läuft deine Abstinenz weiter. Du musst die Nachweise also fortführen, um die Lücke zu schließen. Eine Lücke von mehr als vier Monaten lässt sich durch neue Belege wieder auffüllen, sodass sie am Ende kein Hindernis darstellt – aber sie kostet dich Geld und Zeit.

Rechne also grob: Ein zweiter Anlauf bedeutet die Begutachtungsgebühr noch einmal, dazu weitere Abstinenznachweise und je nach Anbieter noch einmal Vorbereitungskosten. Bei mir ist der zweite Anlauf im Preis enthalten, aber die Fremdkosten trägst du natürlich trotzdem.

Und deshalb ist die Rechnung eigentlich einfach: Die Vorbereitung ist der Posten, an dem zu sparen am teuersten wird. Die offiziellen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigen, dass ohne Vorbereitung nur etwa jeder Dritte besteht (37,1 %), mit Vorbereitung rund 70 % – und 81 %, wenn man sich früh darum kümmert. Bei mir bestehen über 96 % beim ersten Versuch.

Zahlt das jemand für mich?

Diese Frage kommt oft, und ich beantworte sie ehrlich: praktisch nie. Ich hatte schon viele Klienten, die es beim Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit oder bei der Rentenversicherung versucht haben. Bei keinem hat es geklappt. Die MPU ist ein behördliches Verfahren zur Überprüfung deiner Fahreignung und kein Behandlungsfall.

Was gelegentlich vorkommt: Ein Arbeitgeber streckt das Geld vor, wenn der Führerschein für den Job gebraucht wird. Fragen kostet nichts. Wenn dein Führerschein beruflich zwingend nötig ist, kann außerdem eine steuerliche Geltendmachung in Frage kommen – das ist aber eine Frage für deinen Steuerberater, nicht für mich.

Wo du sinnvoll sparst

Es gibt Stellen, an denen sich Vergleichen wirklich lohnt, und Stellen, an denen es schiefgeht.

Sinnvoll: Hol dir Preise von zwei oder drei Begutachtungsstellen in deiner Region. Vergleiche Labore für die Abstinenznachweise, die Unterschiede sind größer als die meisten erwarten. Und plane deine Nachweise klug – wenn dein letzter Konsum lange zurückliegt, lässt sich über eine Haaranalyse ein Teil rückwirkend belegen und du sparst Monate und Proben.

Nicht sinnvoll: an der Vorbereitung sparen und dabei riskieren, dass du zweimal zahlst. Und ganz sicher nicht: die Abstinenzzeit verkürzen, weil ein Anbieter es dir verspricht. Das endet fast immer mit einem Negativ-Gutachten.

Aus der Praxis

Sandra hat die Begutachtungsgebühr zweimal gezahlt

Sandra, 33, Verwaltungsmitarbeiterin, hatte bereits eine MPU hinter sich, als sie zu mir kam – nicht bestanden, bei einem anderen Anbieter. Ihr Anlassdelikt war eine Trunkenheitsfahrt mit 1,41 Promille, davor lagen mehrere Fahrten unter Alkoholeinfluss nach Streitigkeiten mit ihrem damaligen Partner.

Aufgewachsen ist sie in einem Haushalt mit alkoholkranken Eltern und einem gewalttätigen Stiefvater. Daraus hat sich ein geringes Selbstwertgefühl entwickelt, das sie mit Alkohol ausgeglichen hat, um in Gruppen geselliger, lockerer und mutiger zu sein. Genau diese psychologische Tiefe war in der ersten Vorbereitung nicht erreicht worden.

Die zentrale Erkenntnis unserer Arbeit war, dass alle Eigenschaften, die Sandra sich nur unter Alkohol zugetraut hatte, auch nüchtern vorhanden waren. Der Alkohol hat ihr keine Eigenschaften gegeben, die sie nicht hatte, sondern nur das Gefühl, sie zeigen zu dürfen.

Sandra hat 6 Monate Abstinenz per Urin nachgewiesen und die MPU beim ersten Versuch mit uns bestanden. Heute lebt sie einen streng kontrollierten Alkoholkonsum mit klaren Regeln: maximal 7 Anlässe im Jahr, höchstens 0,2 Liter Wein, strikt getrennt von jeder Verkehrsteilnahme.

Für die Rechnung in diesem Artikel ist ein Punkt entscheidend: Die Begutachtungsgebühr für den ersten Versuch war verloren, und bezahlt hat sie am Ende zwei Vorbereitungen statt einer.

Häufige Fragen

Noch offene Fragen? Hier die wichtigsten.

Was kostet eine MPU insgesamt?
In den meisten Fällen zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Die Spanne ist so groß, weil Abstinenznachweise je nach Fall komplett wegfallen oder über 15 Monate laufen können.
Warum schwankt die Begutachtungsgebühr so stark?
Seit 2018 legen die Begutachtungsstellen ihre Preise selbst fest. Dazu kommt, dass jede zusätzliche Fragestellung in der behördlichen Anordnung den Aufwand und damit den Preis erhöht.
Muss ich die MPU vorher bezahlen?
Ja. Die Begutachtungsstelle schickt dir eine Zahlungsaufforderung, und erst nach Zahlungseingang bekommst du deinen Termin.
Bekomme ich Geld zurück, wenn ich durchfalle?
Nein. Die Gebühr wird für die Begutachtung erhoben, nicht für ein bestimmtes Ergebnis. Beim zweiten Versuch zahlst du sie komplett neu.
Gibt es Ratenzahlung?
Bei mir ja, ab 300 Euro im Monat. Viele Anbieter bieten das an, sprich es einfach im Erstgespräch an.
Übernimmt das Jobcenter die MPU-Kosten?
In aller Regel nicht. Ich habe in vielen Fällen erlebt, dass es versucht wurde, und in keinem, dass es funktioniert hat.
Kann ich die MPU-Kosten von der Steuer absetzen?
Wenn der Führerschein für deinen Beruf zwingend erforderlich ist, kommt das unter Umständen in Betracht. Das ist aber eine Einzelfallfrage für deinen Steuerberater.
Ist eine günstigere Vorbereitung ausreichend?
Das hängt davon ab, was drinsteckt. Ein Onlinekurs oder eine Gruppensitzung kann für einen einfachen Fall reichen. Bei kombinierten Fragestellungen, langer Vorgeschichte oder einem gescheiterten Vorversuch ist der Preisunterschied schnell eingespart, wenn du dafür beim ersten Mal bestehst.

Sprechen wir über deinen Fall.

Wenn du wissen willst, welche Posten in deinem Fall überhaupt anfallen und mit welcher Summe du realistisch rechnen musst, dann trag dich für eine kostenlose Erstberatung ein. Wir telefonieren 20 Minuten, unverbindlich. Ich schaue mir deinen Fall an und rechne dir durch, was auf dich zukommt – auch dann, wenn die Zahl größer ist, als dir lieb ist. Lieber weißt du es jetzt.